Baustellen 02

Gestern gab es außer Baustellen nichts besonderes zu berichten:

– morgens: Terrasse grundieren (hatte ich Dienstag Abend nicht ganz geschafft – vor allem im Dunkeln nicht bemerkt, dass ich E.s Auto ziemlich arg bespritzt hatte, glücklicherweise ist sie tiefentspannt in Sachen Auto und hat mich nicht verhauen. Ich habe es gerade F. gezeigt und der meinte, wenn es seins wäre, hätte ich dafür mindestens Prügel bezogen 😉
– mittags: Tür schmirgeln, die neue Maschine (die alte hatte am Montag schon den Geist aufgeben) hat durchgehalten, die tiefen Ritzen und Löcher, die T. beim ersten Polierversuch hinterlassen hatte, konnte ich allerdings nicht ausgleichen, dazu hätte man mindestens drei, vier Millimeter abschleifen müssen und das gibt weder meine Geduld noch das schwache Sperrholz der Tür her). Erste Seite der Tür streichen.
-nachmittags: C., T.s Möchtegernschwiegervater, seines Zeichens Dachdecker, kam und gemeinsam haben wir das Garagendach mit Teerpappe winterfest gemacht (im Frühjahr kommt dann eine Estrichschicht darauf und die Terrasse wird wieder Terrasse). Zwischendurch ganz fix zweite Türseite gestrichen
– abends: Bis fast zum Dunkelwerden Dachpappen verschweißt bzw. Handlangerdienste geleistet.
später: alle zusammen sind wir zum Saisonabschluss in die 10 km entfernte Eisdiele gefahren und haben der Eislust gefrönt – Valerio hat nicht bedient, sonst hätte ich ihn mit einem Sonderwunsch verwirrt, normalerweise nehme ich ja den Joghurtbecher, gestern mal was anderes (Fehlentscheidung!). Interessant schon, ich war nur fünf, sechs Wochen in Deutschland dieses Jahr, aber trotzdem weiß er genau, was ich normalerweise nehme, das weiß er bei uns allen, wobei die anderen doch öfter dort sind als ich.
noch später: Vorm Computer eingeschlafen, so dass ich nicht zum Blogeintrag kam.

Heute: Wieder Baustellen. Diesmal nur die gestrichene Tür von gestern eingesetzt, eine Stahltür abgeschliffen und gestrichen.
Ausnahmsweise gab es Zeit für einen Mittagsschlaf.
Danach die zweite Türseite fast ganz gestrichen, die Farbe ging kurz vor Ende der Arbeit aus, also frustriert aufgehört und auf E. gewartet.
Mit Muttern zum Diabetologen (heißt das so), dann noch in den nächsten Baumarkt (hier auf dem Land muss man 20 Km fahren, um ein Döschen Farbe zu bekommen). Zu Hause dann gleich die Tür nochmal gestrichen, die wird heute Abend noch eingesetzt, womit das Partyraumprojekt meiner Neffen F. und T. nach Baubeginn im April jetzt allmählich einen Abschluss findet – die Türen lagen inzwischen ein halbes Jahr vor der Einfahrt und haben mich mächtig geärgert, also habe ich mich ihrer angenommen.

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Baustellen

Inzwischen bin ich nicht mehr in der Türkei sondern wieder in deutschen Landen, wo ich bei meiner kleinen Schwester E. und ihrer Familie wohne – und bei allem möglichen helfe, ich bastele ja gern und hier im und am Haus gibt es immer was zu werkeln.

Also in aller Kürze:
– nach dem Frühstück: Ganz schnell eine Waschmaschinenfüllung zum Trocknen aufgehängt, eine weiter angestellt. Tür noch einmal lackiert.
– vor dem Mittagessen: Beim Aushub für den geplanten Rundumweg ums Haus geholfen, der unerträglich ausgetrocknete Lehmboden ist tatsächlich steinhart, das Graben eine wahre Quälerei
– nach dem Mittagessen: Türbeschläge wieder montiert und in der Waschküche eingehängt, Zauntür repariert. Hund für eine Stunde ausgeführt. E. zum Pferd begleitet, gemeinsam losgewandert, sie zu Pferd, ich zu Fuß, dann die restlichen zwei Kilometer allein mit dem Hund nach Hause.
– nachmittags: Auf der Garage/Terrasse beim Entfernen der alten Dachabdichtung geholfen.
– abends: Teile der Terrasse mit ekligem schwarzen Zeug grundiert, das zumindest auf den Händen wie Teer klebt.

… und das halten die Türken vom Sultan

In der Rückschau auf drei Wochen Türkei kann ich zusammenfassend nur feststellen, dass die Begeisterung für den Sultan offensichtlich nachlässt. In mindestens fünf Situationen habe Leute, mit denen ich zufällig zu tun hatte, über die Politik des Sultans gesprochen und alle fanden sie, vor allem die Wirtschaftspolitik und die Einschränkung der Freiheiten, ganz und gar nicht positiv. Man motzt, man lacht teilweise über das, was diese Regierung sich einfallen lässt, man ist unzufrieden. Glücklicherweise ist die Türkei nicht der Sultan, auch wenn er das gerne so hätte.

Im Stadtbild sieht man inzwischen auch einige Änderungen. Die westlichen Touristen sind nicht mehr überall zu sehen, dafür aber um so mehr Touristen aus arabischen Ländern, auch eine Menge aus Russland und anderen näheren Staaten, mitn denen es sich der Sultan noch nicht verdorben hat. Und Polizei sieht man überall – Mengen von zivilen Polizisten überall, wo viele Menschen unterwegs sind. Überall gibt es Polizisten, die Leute anhalten und Papiere überprüfen – meistens junge Männer, meistens solche, denen man eher zutraut, sich einer Bewegung wie den Gaziprotesten anzuschließen, weniger solche, bei denen man eher das Gefühl hat, sie könnten islamische Extremisten sein (na gut, wäre ich mit einem Sprenggürtel unterwegs, dann wohl eher nicht mit wallendem Bart und knöchelfreien Hosen, aber deswegen alle Studenten und junge Leute anzuhalten, finde ich denn doch etwas seltsam).
Besonders extrem ist die Polizeipräsenz überall, wo junge Leute unterwegs sind, am Taxim, dem zetralen und politisch belegten Platz, stehen ganze Hundertschaften in Bereitschaft, inklusive Wasserwerfern und Panzerwagen – wenn man fragen würde, würde man natürlich darauf verwiesen, dass Anschläge verhindert werden sollen, aber braucht man dazu tatsächlich Wasserwerfer oder sind die nicht doch eher für den Fall bereitgehalten, dass Menschen ihre Meinung in größeren Gruppen äußern wollen (vor den Geziparkprotesten gab es diese Hundertschaften und Wasserwerfer nicht an solchen Stellen).

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Offensichtlich hat der Sultan Angst. Sicher hat er keine Angst vor fundamentalistischen Moslems – die unterstützt er bekanntlich schon lange und gern. Vielmehr sieht es so aus, als hätte er Angst vor dem eigenen Volk.

Interessant auch, dass es mehr Moscheen werden im Stadtbild. Am Bosporos trohnt auf asiatischer Seite eine neue, große Mosche (sogar mit sechs Minaretten, was schon sehr interessant ist, wenn man weiß, dass es bisher eigentlich nur die Sultanahmetmoschee mit sechs Minaretten gab, die vor Jahrhunderten errichtet wurde, und wegen der dann die Moschee in Mekka ein siebtes Minaret bekam, weil man damals der Meinung war, dass diese Moschee am heiligsten Ort des Islam auch die meisten Minarette haben müsste und dass die Sultanahmetmoschee ein unverschämter Versuch sei, Macht über den Islam zu demonstrieren), eine neue, größere Moschee wird gerade am Taximplatz gebaut, der bisher weltliches Zentrum der Stadt war und von dem aus man zwar eine Kirche aber eben keine Moschee sah.

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(Auch interessant, dass Leute in Istanbul, auch wieder verschiedene, der Meinung sind, dass man statt Moscheen eben doch lieber Schulen bauen sollte, dass aber denen, die ihr Geld geben denn doch lieber ihren „guten Glauben“ demonstrieren und lieber eine Moschee direkt neben eine schn existierende stellen, statt in Bildung zu investieren.

 

 

Die letzten Tage in Istanbul

Die letzten Tage bin ich nicht dazu gekommen, viel zu schreiben, ich war einfach unterwegs und habe das Leben in Istanbul genossen.

Passiert ist nichts besonderes, außer dass es ständig geregnet hat – immer, wenn ich los wollte hat es angefangen und ich wurde nass oder musste mich unterstellen. Aber zwischendurch gab es dann auch immer wieder Zeiten ohne Regen und ich kann Istanbul bei (fast) jedem Wetter genießen.

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Nochmal Werbung

Vor 16, 17Jahren fänd ich das Mosquito Cafe in Kadiköy / Istanbul. Und auch heute noch wird es von den gleichen, netten Leuten betrieben, auch heute noch komme ich gern, auch wenn es heute kein Tiramisu gab.

Geändert hat sich auch einiges – aus den vier oder fünf Tischen vom Anfang sind zwanzig geworden, es gibt inzwischen auch diverse Biere auf der Speisekarte und diese, die Speisekarte, ist um einiges gewachsen. Aber wie gesagt, die Atmosphäre ist gleich geblieben,  einfach nett …20180911143342_IMG_7650.JPG

Ausnahmsweise Werbung

Normalerweise nenne ich keine Produktnamen oder Marken, das mag ich einfach nicht. Aber wenn ich jetzt über meine letzte Bankerfahrung schreibe, mag es ausnahmsweise erlaubt sein, warum ich hier den Namen nenne, wird klar, wenn es dann soweit ist.

Als Fremdländer in der Türkei harre ich zwar damals, als ich noch hier arbeitete, verschiedene Bankkonten – jedes mal, wenn der Arbeitgeber die Bank wechselte, haben wir auch alle ein neues Konto bei der entsprechenden Filiale bekommen. Ausserdem gab es damals nur wenige Banken, die gg eigenwilliges, aber relativ günstiges Modell anboten, Geld aus Deutchland in die Türkei zu transferieren – das Geld würde auf deren deutsches Konto überwiesen und landete dann wirklich auf dem eigenen türkischen Konto – zu einem Bruchteil dessen, was deutsche Banken für einen internationalen Geldtransfer verlangen.

Seit ich aber nicht mehr dauerhaft in der Türkei lebe sonder in ganz anderen Teilen der Welt, hielt ich es für eine gute Idee, eine internationale Bank auszuwählen für die wenigen  aber doch vorkommenden Transaktionen, die ich hier in der Türkei zu erledigen habe. Per Internet funktioniert das auch ganz gut, abgesehen davon, dass ausserhalb der Öffnungszeiten Aufträge zwar entgegengenommen aber erst während der normalen Banköffnungszeiten ausgeführt werden – immerhin besser als bei manchen indischen Banken, wo man auch per Internet nur zu Banköfnungszeiten aktiv werden kann.    Jetzt wo ich im Lande bin, wollte ich aber endlich eine ganz normale Checkkarte haben, um, wie alle anderen auch, am Bankautomaten an mein Geld zu kommen. Also beantragte ich eine in der entsprechenden Filiale, sie würde innerhalb einer Woche in die  Filile geliefert werden, Prima! Anderthalb Wochen später war keine da, man verwies mich auf die Telephonhotline, in der Filiale könne man nìcht nachverfolgen, wo der Prozess hängeng3blieben sei. Dort RIEF ich dann an -Oder besser, ich überliess S. das Sprechen, mir graut vor Telephonaten auf Türkisch, auch wenn ich es notfalls wohl auch allein könnte. Uns würde gesagt, die Karte könne wegen meines Wohnsitzes in Deutschland auch nur dort ausgeliefert werden, ich könne sie dementsprechend in der Filiale beantragen.

Also fand ich mich dort wieder ein, das Problem alsbald zu lösen. Dort stellte sich dann aber heraus, dass ich böser Fremdländer ohne türkischen Wohnsitz und türkische Personalausweisnummer gar keine Karte, weniger eine normale Checkkarte noch eine Kreditkarte, nicht einmal eine digitale Karte, die nur online zu verwenden ist, bekomme, das „neue System“ erlaubt das nicht mehr. Meine internationale Bank – jetzt sei mir erlaubt, sie mit ihrem Namen zu nennen,  die HSBC mit Niederlassungenüberall in der Welt erlaubt mir  Barabhebungen nur und einzig und allein, in der Filiale Maltepe unter Vorlegen meines kleinen Kontobüchleins und des Passes vorzunehmen, von allen modernen Zahlungswegen ausser dem Online-Banking schliesst sie Kunden aus, die keinen türkischen Wohnsitz und keinen türkischen Personalausweis haben.

Ich weiß nicht, ob das eine Regelung ist, die sich auf die HSBC Türkei beschränkt oder ob sie auf der türkischen Gesetzgebung basiert, aber die Ahnungslosigkeit und Unfähigkeit des Personals sprechen ganz und gar nicht für die Bank, es sei also auf jedem Fall davon abgeraten, dort ein Konto zu eröffnen.

Umzugspläne

wir haben ja eine Wohnung gefunden, die dann auch spätestens Ende des Monats frei wird.

Gestern, am heiligen Samstag eben, an dem S. tatsächlich nicht arbeiten muss (viele Leute, auch in Büros wie ihrem, arbeiten auch samstags, S. hat dafür täglich neun bis zehn Arbeitsstunden, dafür aber eben auch einen freien Samstag), waren wir beim Makler, um den Vertrag zu unterschreiben – Vermieter und Mieter treffen sich dort und der Vertrag wird gemeinsam besprochen und unterschrieben.

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Maklerbüro – und ja, in diesen 1.5 mal 3 Metern saßen tatsächlich bis zu 9 Leuten.

Wir übergaben die Kaution (eine Monatsmiete – also 2300 TL, in Euro zur Zeit ca. 300, für S., die ja zur Zeit Alleinverdienerin mit einem teuren Ehegespons ist, eine ganze Menge, für viele türkische Familien unmöglich, für Ortaköy aber gar nicht sooo teuer), unterschrieben den Vertrag und gingen mit der Vormieterin noch einen Tee trinken. Die Gelegenheit nutzte ich für ein schnelles Photo des Hauses, wenigstens von außen.

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dort wohnen wir also demnächst, im ersten Stock, also in dem unteren, mit Holz verkleideten Teil – das Haus musste aus Denkmalgründen damals mit Holz verkleidet werden, auf dass es so aussieht, die die originale Bebauung.

Aber wie richtet man eine Wohnung ein, in die S. dann wirklich nach Möglichkeit sofort am 1. Oktober einziehen will und die aber bis dahin wohl noch von der Vormieterin bewohnt wird?

S. wollte unbedingt, ganz türkisch eben, eine Sitzgarnitur haben – darauf habe ich mich eingelassen, die haben wir schon letztes Wochenende eingekauft, sie wird dann nach Absprache geliefert, sobald S. in der Wohnung ist. Für die Küche brauchen wir die typischen Geräte, Schränke, Waschbecken und Ähnliches ist normalerweise in Mietwohnungen hier schon vorhanden und wird nicht von den Mietern gestellt.
Also haben wir heute gestern zwei Stunden Internetrecherche  auf der Suche nach passenden Kühlschränken und Waschmaschinen verbracht, um heute im Laden weitere eineinhalb Stunden zu verbringen um ein Angebot zu bekommen, auch das werden wir demnächst realisieren, auch die Sachen werden dann geliefert, sobald S. in der Wohnung ist – ich dränge darauf, möglichst viel – vor allem die teuren Sachen, möglichst bald zu besorgen, weil ich weiß, dass der gewaltigen Liraentwertung gegenüber Euro und Dollar der vergangenen Wochen sehr bald kräftige Preiserhöhungen folgen – oder, wie bei dem Möbelladen, in dem wir die Sitzgarnitur am Sonntag bestellt haben, am Montag schon erfolg sind.
Die Küchendinge kaufen wir nächste Woche, der Verkäufer ist zuversichtlich, dass es diesen Monat keine Preiserhöhung mehr gibt, nachdem die letzte am ersten des Monats stattgefunden hat.

Mit dem Angebot in der Hand war es jetzt Zeit, Matratzen auszuprobieren: in drei Geschäften lagen wir ca. 20 bis 30 verschiedene Matratzen Probe – ich hatte vorher schon klargemacht, kategorisch, dass ein türkisches Bett mit tausend Schnickerdönerchen und Stoffbezug hier und Stoffpusteln dort und Blumendesign in anatolisch bunt ganz sicher nicht in die Wohnung einziehen dürfte, in der ich dann auch zu leben hätte und S. hatte sich darauf eingelassen, zumindest später noch beim Möbelschweden (danke für den Namen, Frau Rabe ) zu schauen, ob wir da etwas finden würden, auf das wir beide uns einigen könnten.
Im ersten Geschäft dann haben wir uns wieder von dem netten, witzigen Mann beraten lassen, der auch unsere Sitzgruppenbestellung betreut hatte, mit sehr guten Ideen in Sachen Farbgebung, die wir dann aber leider aufgrund von eingestellter Produktion der Teile in den Farben, auf die wir uns einigten, dann doch nicht möglich war. Er empfahl uns den Jaguar unter den Matratzen, für 5800 Lira hätten wir tatsächlich eine sehr bequeme kaufen können (was dann fast das ganze Moatseinkommen von S. bedeutet hätte), wir fassten eine etwas günstigere ins Auge, die dann nur noch die Hälfte des Monatseinkommens kosten sollte, verließen dann aber nach zwei Stunden angenehmen Probeliegens und netten Gesprächs das Geschäft um uns noch ein wenig umzusehen – wir haben uns darauf geeinigt, ihn, wenn dann unsere Sitzmöbel in der Wohnung stehen, zum Kaffee einzuladen und gemeinsam Gestaltungsideen zu entwickeln, was sicher sehr spannend wird.
Der nächste Laden war schrecklich, lieblos gestaltet, er roch muffig, das Probeliegen machte in dem Muff keinen Spaß, die Beratung war lahm und absolut nicht qualifiziert, auch wenn die Matratzen insgesamt nicht unbedingt schlechter sein müssen und etwas günstiger sind. Dort wollte ich einfach nicht einkaufen.
Im dritten Laden dann wieder eine bessere Atmosphäre und eine sehr angenehme Matratze, die bezahlbar wäre und trotzdem keine Rückenschmerzen produziert, aber auch den verließen wir ohne Abschluss.

Endlich konnten wir zum Möbelschweden fahren. Sonntagabend ist auch in Istanbul offensichtlich die beste Zeit, staunend durch den großen und sehr europäischen Laden zu wandern – einen Parkplatz fanden wir erst einen Kilometer entfernt, inzwischen richtig hungrig mit viel Lust auf die berühmten schwedischen Hackfleischbällchen verbrachten wir eine halbe Stunde in der Essenswarteschlange, der Lärm im Restaurantbereich wurde nur dadurch erträglich, dass die große Gruppe am Nebentisch sich in Gebärdensprache unterhielt, wodurch wir in einer recht ruhigen Ecke saßen.
Gestärkt ließen wir die Sitzmöbelabteilung nach einigen Bemerkungen von S.  wie „uiii, das ist schön, guck mal, das Sofa ist ja toll, …“ links liegen, wohl wissend um die für türkische Verhältnisse tatsächlich sehr hohen Preise beim Möbelschweden.
In der Bettenabteilung dann ein Jauchzen: Ich zeigte ihr das Bett, das ich gern haben wollte, ganz ohne Stoffdingens und Schnickschnack und Tüddellüddel und es gefiel ihr – und auch der Preis sagte ihr zu, wir waren uns sofort einig, das Ding zu kaufen. Das Probeliegen ging ähnlich schnell: Natürlich war unser Wunschkandidat in der Türkei nicht mehr lieferbar, aber immerhin gab es noch genau ein Exemplar des zweiten Stückes, das uns beiden in Sachen Komfort, Ergonomie und Preis zusagte. Um sicherzugehen, dass wir mussten wir sofort entscheiden, kauften sie und dann gleich den Bettrahmen dazu, sausten durch den Rest des Geschäftes bis zu den  Selbstbedienungsregalen, einem System, das der Möbelschwede wohl weltweit in gleicher Weise betreibt und das für S. eine kleine Sensation war.
Zwischendurch klärten wir ab, dass die Matratze sofort in die neue Wohnung geliefert werden kann, wo ja unsere Vormieterin noch wohnt, während wir das Bett gleich mit nach Hause nahmen (das Auto hatte ich vorher ausgemessen und wusste, dass das Bett passen würde, wenn auch nur knapp).

Wenn S. also am 1. Oktober einzieht, kann sie sofort auf der Matratze schlafen, während das Bett dann zwei bis drei Wochen später in die neue Wohnung umziehen wird, sobald ich dann wieder aus Deutschland nach Istanbul zurück komme und wir haben zumindest zwei wichtige Sachen bezahlt, bevor die zu erwartenden Preiserhöhungen stattfinden –

Allerdings bestehen unsere Wochenenden zur Zeit nur aus dem Vergnügen, einzukoaufen und den Umzug zu organisieren, nicht einmal zu einem gemütlichen Kneipenbesuch haben unsere Kräfte ausgereicht. Ein Konzert, zu dem ich gerne gegangen wäre, ist einfach nicht möglich zur Zeit.