Ich bin eben alt und habe keine Ahnung mehr

Morgen ist der letzte Schultag vor den Ferien. Und was macht man im Onlineunterricht in den letzten Stunden? Zeugnisse gibt es glücklicherweise nicht, aber gäbe es die, würden sie verteilt, Klassenlehrerinnenjob, ich hätte dann frei. Also was machen?

OK, ich versuche es mit Musik. Aber Musik mit deutschen Texten? Entweder nicht verständlich wie die Toten Hosen (die Kids sind noch Anfänger, das wäre denn doch etwas schwierig), Holsteiner Hohlkopfbubis oder wie die Schrammeldammelvolksgedödler sonst so heißen, mag ich nicht (irgendwann gab es mal in einem Unterrichtsbuch damals in der Uni einen Text um so einen VorzeigeDJDudel, der wohl wirklich erfolg in Deutschland hatte irgendwann mit irgendwelchem „Ich bin der Oberdödel aus blablöh“ oder so und meine Studenten wollten dessen Musik tatsächlich mal hören, es war einfach nur peinlich), und alles andere, was ich kenne, ist uralt (wobei, ganz ehrlich, das allerwenigste ist Deutsch). Selbst Rammstein, die ich auch nicht wirklich mag, sind ja inzwischen auch schon fast AlteMännerMusik …

Zufällig habe ich mal – wieder lang, lang her – im Radio (onlineradio kann man teilweise eben auch im Ausland hören) AnnenMaiKantereit gehört, als sie noch ganz neu im Geschäft waren. Die erste CD habe ich dann auch gekauft und oft gehört, jetzt auf der Suche nach Musik für die Kids bin ich über ihre Videos gestolpert – doch, ich bin begeistert, vor allem, wenn man nur die gängige Plastikkultur hier in türkischen Landen erlebt – dank Corona gibt es zur Zeit eben nix anderes – sind diese Videos teilweise einfach schön anders.

Sponsored Post Learn from the experts: Create a successful blog with our brand new courseThe WordPress.com Blog

WordPress.com is excited to announce our newest offering: a course just for beginning bloggers where you’ll learn everything you need to know about blogging from the most trusted experts in the industry. We have helped millions of blogs get up and running, we know what works, and we want you to to know everything we know. This course provides all the fundamental skills and inspiration you need to get your blog started, an interactive community forum, and content updated annually.

In meinem nächsten Leben …

… werde ich Computeringenieur.

Heute Morgen zum Arbeitsstart habe ich gemütich mails geprüft und gelesen, noch funktionierte alles.

Dann war ich mit lokalen Daten beschäftigt, die Vorbereitung auf den Unterricht mache ich ganz gewöhnlich mit Büchern, Papier, lokal gespeicherten Dokumenten …

Als ich dann kurz vor meiner ersten Stunde online gehen wollte, konnte mein Computer einfach nicht mehr auf das Internet zugreifen. Mit dem Handy ging es prima, und laut Testseiten sogar in unglaublich guter Geschwindigkeit, die ich mit dem Computer vorher noch nie erreicht hatte.

Das Telephon verband sich auch sofort mit meinem WLAN-Repeater und funktioierte toll, der Computer bekam trotz mehrfacher Neustarts dann immerhin im Wohnzimmer eine Verbindung zum normalen Wifi hin, der Repeater war, zumindest für meinen Computer, tot.

Fünf Minuten vor Unterrichtsbeginn stand der Computer also im Wohnzimmer, endlich mit Netzzugang. Eine Minute vor Unterrichtsbeginn waren die notwendigen Seiten aufgerufen, geladen und ich eingeloggt, pünktlich zum Unterrichtsbeginn war ich dann auch im Unterricht, die Bücher, mein zweiter Monitor, den ich einfach brauche, wenn ich sinnvoll online arbeiten will, meine Aufzeichnungen, Stifte, Papiere lagen noch im Arbeitszimmer – die folgren dann in der ersten Pause. In der zweiten Pause gelang es mir dann, den Repeater für einen Neustart vorzubereiten, in der dritten Pause konnte ich ihn neu einrichten, starten und testen, seitdem bin ich wieder über den repeater online und er tut es wie immer.

Jetzt muss ich nur noch den Computer zurück räumen um morgen dann wie gewöhnlich im Arbeitszimmer arbeiten zu können. Inzwischen funktioniert zwar alles wieder irgendwie, aber warum und welche Probleme da auftraten, weiß ich nicht, verstehe ich nicht, kann ich mir nicht erklären, wie gesagt, das hat dann auch Zeit bis zum nächsten Leben …

Statistik im Sultansstaat

Zwischen Juli und November wurden im Sultansstaat in Sachen Corona nicht die Zahl der Infizierten veröffentlicht, sondern die Zahl der Erkrankten, also derer, die Symptome zeigten und in Krankenhausbehandlung kamen.
In dieser Zeit zeigten dann die sultanshörigen Medien auch manchmal die bösen Staaten, die die Zahlen nicht veröffentlichten, diese bösen (die selben Medien hätten die Möglichkeit, Daten zu bekommen, die die veröffentlichten Zahlen als das, was sie waren, plumpe, unverantwortliche Lügen, dazustellen, aber das tun sultanshörige Medien nun einmal nicht.

Bei diesen schlicht und einfach geogenen Zahlen (es wurde bewusst von Infizierten gesprochen, obwohl nur Erkrankte gezählt wurden) ging es einerseits darum, die Regierung als tollen Krisenmanager darzustellen und andererseits Touristen ins Land zu locken – dass diese Touristen sich dann selbst ansteckten, um die Viren daheim weiterzuverbreiten, auch mit der Folge, dass tausende Menschen auf diese Weise direkt oder indirekt angesteckt wurden, um dann auch daran zu sterben. OK, das Land lebt auch vom Tourismus, aber um diesen Preis?

Nun gut, seit November war es einfach zu eindeutig, dass die Zahlen falsch waren, die Regierung musste dann auch eingestehen, dass sie nicht die Zahl der Infizierten veröffentlicht hatte (die ja dann den Virus weiter verbreiten), und dass die Zahlen wesentlich höher waren als veröffentlicht. Daraufhin gab es dann einen Schock in der Öffentlichkeit (auch wenn jeder wusste, dass die offiziellen Zahlen falsch waren). Es wurden dann auch Maßnahmen eingeleitet (Ausgangssperre für über 65jährige und unter 20jährige, die nur noch 3 Stunden täglich das Haus verlassen dürfen und Ausgangssperre für das ganze Land am Wochenende (natürlich nicht für Touristen).
Pünktlich mit der Einführung dieser Maßnahmen sinkt auch die Zeit der veröffentlichten Ansteckungen, regelmäßg, wunschgemäß ohne einen statistischen Ausrutscher, während Auswirkungen der recht harmlosen Maßnahmen rein rechnerisch ja erst einige Wochen später sichtbar werden dürften und es eben überall in der Welt heftige Schwankungen gibt …

Ich gebe zu, der offiziellen Statistik vertraue ich nicht wirklich.
Lusti war es vor drei Tagen, als abends die täglichen Zahlen in den Medien auftauchten: Sie vermeldeten statt des wunschgemäßen Sinkens eine Zunahme der Infizierten. Kaum eine halbe Stunde später gab es dann auch eine Berichtigung der Zahlen: Die Zahl der täglichen Tests hatte sich um 20 000 reduziert, die Zahl der Infizierten von 10220 auf etwas unter 8000, so dass sie in das regelmäßige Sinken passen.
Ich kann mir vorstellen, dass jetzt einfach nicht mehr alle Tests gezählt werden, sondern z.B. nur die Zahl der Tests in Krankenhäusern, die Zahl anderer Einrichtungen wird einfach nicht gezählt. Und wenn das Ergebnis nicht passt, werden eben bestimmte Institutionen aus den Tests herausgerechnet, die Polykliniken zum Beispiel zählen dann einfach nicht mehr dazu, es sind dann eben die Tests in den so-und-so-Krankenhäusern, dass die anderen Institutionen nicht mitgezählt werden, wird dann mit blablabla begründet, wenn mal jemand nachfragen sollte.

Auch wenn ich den Zahlen aus Deutshcland nicht unbedingt blind vertraue, zeige ich jetzt einfach den vergleichbaren Graphen, der auch dem letzten Blinden deutlich macht, was für gigantische Unterschiede es in veröffentlichten Zahlen geben kann:

(wohgemerkt sind die Maßnahmen in Deutschland in den besonders betroffenen Gebieten um einiges härter als in der Türkei – die Auswirkungen aber lange lange nicht so deutlich – allein die unterschiedlichen Ausschläge lassen ahnen, welche Zählung ehrlicher ist)

schon lange …

… wundere ich mich darüber, wie verschwenderisch die meisten Menschen hier in der Türkei mit Wasser umgehen. Abgewaschen wird immer unter fließendem Wasser (und sebst wenn das Geschirr in die Spülmaschine kommt, wird es vorher kräftig abgewaschen – das Geschirr für ein Vierpersonenessen wird da erst einmal mindestens fünf Minuten lang unter lafuendem Wasser vorgewaschen, ehe es in die Spülmaschine kommt, und wenn man dann mal zwischendurch an den Esstisch gehen muss, um neue Teile zum Vorwaschen zu holen, kommt niemand auf die Idee, den Wasserhahn abzustellen, auch beim Gemüsewaschen läuft der Wasserhahn, solange die gelben Blätter aussortiert werden …

Während ich beim Salatmachen den Salat in einer Schüssel spüle und die zwei, drei Liter Wasser hinterher zum Blumengießen auf den Balkon bringe, bringt es S. auf 10 bis 15 Liter für den selben Salat, ihre Mutter auf das Doppelte. Wenn ich die Spülmaschine einräume, verbrauche ich gar kein Wasser, S. einige Liter, ihre Mutter, viele ihrer Freundinnen, lassen für die selbe Aktion fünf Minuten lang den Wasserhahn geöffnet.

Kaum jemand achtet auf den Wasserverbrauch. Die Straße wird nicht gefegt, sondern all der Müll, der die Leute dann doch irgendwann einmal stört, mit dem Wasserschlauch weggespült, die Treppe wird mit laufendem Wasser gereinigt, das drinnen am Wasserhahn aufgedreht wird, worauf man dann erstmal nach draußen geht, die Blumen auf der Terrasse sortiert, Unkräuter zupft, sich dann um die Treppe kümmert, die Terrasse spült … (bei einer Nachbarin beobachtet, das Wasser lief mindestens eine halbe Stunde lang, vermutlich ein vielfaches von meinem täglichen Wasserverbrauch)

Mit meiner grünen Sozialisation daheim im Deutschland der achtziger, versuche ich zumindest selbst meinen Wasserverbrauch einzuschränken, noch dazu wo ich hier in einem Land lebe, wo die jährlichen Niederschläge sowieso schon wesentlich geringer ausfallen als in Deutschland. Umso mehr wundert es mich, dass ich scheinbar der Einzig weit und breit bin, der auf sowas wie den Wasserverbrauch achtet. Ich bin auch der einzige weit und breit, der regelmäßig schaut, wieviel Wasser in den Stauseen zur Wasserversorgung Istanbuls vorhanden ist – zuletzt waren es nur noch 20 Prozent der Gesamtkapazität, ein Vorrat für vielleicht 40 Tage. Schon vor zwei MOnaten war mir bewusst, dass die Wasservorräte Istanbuls schwinden und ich sprach davon, jetzt bei der Planung für unser eigenes Haus bestehe ich darauf, schon bei der Planung doppelte Leitungssysteme für Grauwasser (also das Wasser aus Duschen und Waschbecken sowie der Waschmaschine) und Toiletten- sowie Küchenabwässer zu berücksichtigen und ein zweites Zuleitungssystem für die Toiletten einzubauen, das dann später mit ebendiesem Grau- und Regenwasser bedient wird, simple, technische Lösungen, die hier einfach nicht vorgesehen sind. Dementsprechend weigert sich die Baufirma auch schlichtweg, solche unsinnigen Sachen wie Wassertanks für Regenwasser einzubauen. Kein Problem, die kriege ich auch selbst im Garten vergraben, hauptsache die separaten Leitungssysteme im Haus sind verlegt, die Technik für Regenwasser und später auch Grauwasserreinigung und Speicherung werde ich später selbst nachrüsten …

S. hat sich inzwischen daran gewöhnt, dass ich auf den Wasserverbrauch achte, dass ich daran denke, auch in Fethiye ein Haus zu bauen, das zumindest später ein Minimum an Isolation erhält (der Boden kriegt eine Isolierung schon beim Bau, später kommt dann eine Isolation von außen um das ganze Haus und des Dachs dazu). Seit sie als mein Sprachrohr solche Ideen auch z.B. gegenüber unserer Architektin formulieren musste, der Baufirma gegenüber, und plötzlich in den letzten Wochen sogar in den Medien über die Wasserknappheit berichtet wird, von der ich schon seit Monaten spreche, ist sie sogar stolz darauf, dass wir mit unseren Ideen der Diskussion im Land um Monate, in vielen Bereichen auch um Jahre voraus sind.

nächtlicher Ausflug

Seit ewigen Zeiten herrscht ja hier in der Türkei eine Ausgangssperre für die Nächte und die Wochenenden (Ausgehverbot in der Woche von 21.00 bis 05.00 und am WE von Freitag abend 21:00 bis Montag Morgen 05:00 Uhr).

Wirklich interessant war es, S. beim Krankenhausbesuch zu begleiten: ihr Arzt hatte ihr zur Kontrolle ein MRT verschrieben und das Krankenhaus ihr einen Termin um 2:00 Uhr nachts gegeben (für so einen ärztlichen Termin zum Beispiel darf man das Haus verlassen).

Es war tatsächlich ein wenig gespenstisch: Wir wohnen ja wirklich im Zentrum einer Millionenstadt, ein einem der Zentren, die auch nachts sehr belebt sind. Bei dem Weg zur Hauptstraße und dem dortigen Taxistand begegneten uns tatsächlich zwei Menschen, die mit einer Auslieferung beschäftigt waren (die Lebensmittelversorgung ist natürlich von der Ausgangssperre ausgenommen). Taxis gab es reichlich, die freuen sich zur Zeit über jeden Kunden.
Auf den Straßen – wohlgemerkt im Zentrum einer Metropole, das regelmäßig an den Zukungen des täglichen Verkehrsinfarkts leidet – waren tatsächlich hin und wieder einzelne Autos zu sehen, wohlgemerkt auf teilweise achtspurigen Straßen, über denen zusätzlich noch vier Spuren auf Stelzen hinzugefügt wurden und die regeläßig nicht ausreichen, den Verkehr flüssig fließen zu lassen, begegneten uns hin und wieder mal einzelne Autos …
Im Krankenhaus gab es dann in der Radiologie tatsächlich einige Wartende und einige mehr, die dort arbeiten – aber ansonsten waren die Gänge kaum beleuchtet und gespenstisch leer – nachdem ich seit Monaten das Haus abends nicht mehr verlassen hatte, war das tatsächlich gespenstisch – ein Zombiefilm könnte kaum gespenstischer sein (ok, hier fehlten die Zombies, aber es fühlte sich so an , als könnten sie jederzeit um die Ecke schlurfen).
Auf dem Rückweg gerieten wir dann auch in die Polizeikontrolle – S. musste die Einladung zur Untersuchung vorzeigen, wurde dann auch nach dem Ausweis gefragt, was sich aber erübrigte, als der Polizist mich sah – einen Blondie als Begleitung zu haben, reicht schon aus (Touristen sind von den Ausgehverboten ausgenommen, dass ich hier lebe und arbeite, weiß der gute Mann ja nicht – Papiere werden da dann auch nicht unbedingt kontrolliert, gehöre ich als Blondie doch automatisch in die Kategorie Tourist).

Surreal das Ganze. Die neue Normalität ist in solchen Momenten so gar nicht normal …

Weihnachtsüberraschung

Eine Weihnachtsüberraschung in Zeiten von Zoom:

Meine Schüler und Schülerinnen meiner Lieblingsklasse haben sich eine besondere Überraschung ausgedacht: Zum Ende der letzten Stunde dieses Jahres baten sie mich plötzlich, die Bildschirmteilung aufzuheben (weil ich wegen des Baustellenlärmes, das in meinem Arbeitszimmer heute extrem störte, spontan in das Wohnzimmer umgezogen war, hatte ich ausnahmsweise wieder nur den kleinen Laptopschirm zur Verfügung, wo ich bei geteiltem Bildschirm höchstens drei bis vier Teilnehmer sehn kann).

Also beendete ich brav den geteilten Bildschirm und siehe da, ich sah plötzlich alle meine Schüler mit eingeschalteten Kameras vor mir, was mich wirklich richtig freute, sehe ich doch normalerweise höchstens drei oder vier von ihnen, weil die anderen ihre Kameras nicht einschalten.
Auf das Kommando eines Mitschülers zeigten sie dann auch noch ihre vorbereiteten Karten, auf denen sie ein frohes neues Jahr wünschen – aber auch ohne die Karten war es tatsächlich schon ein richtiges, schönes Geschenk, sie alle einfach mal zu sehen …

Hier einfach eine zensierte Version etwas sehr weichgezeichnet aus Datenschutzgründen

(Vielleicht sollte ich noch anmerken, dass inzwischen viele Leute in der Türkei Neujahr mit ähnlichen Bräuchen feiern, wie wir Weihnachten, es gibt oft Weihnachtsbäuem oder zumindest weihnachtliche Dekoration mit Sternen, immergrünenZweigen, Lichtern, Weihnachtsbaumkugeln und eben auch Geschenken – so wie ich heute ein solches Geschenk bekommen habe)

Kerzen

Anfang letzter Woche fragte mich S., die zwar echte Türkin ist, Moslema (na gut, fast genauso ungläubig wie ich, aber es steht halt im Pass) und eigentlich mit all dem christlichen Bimbams nix am Hut hat, die aber das Weihnachtliche einfach liebt, den Schmuck, Weihnachtsmärkte, Glückwein, …), sie fragte also, wan wir denn die Kerzen an unserem letztjährigen Adventskranz anzünden würden. Ohne Nachzudenken antwortete ich einfach, dass es ja bald Zeit wäre.
Als ich dann am Freitag realisierte, dass ich da gerade am heiligen ersten Weihnachtstag am Computer saß um Deutsch zu unterrichten, während daheim alle Welt feiert oder zumindest entspannt sofern kein weihnachtlicher Familienkrieg ausbricht, zauberte ich dann für meine kleinen in den letzten zwei Stunden ebenjenen Adventskranz heraus, etwas eingetrocknet zwar, aber immerhin etwas Weihnachtliches, um mit ihnen über deutsche Bräuche und Traditionen zu sprechen. In dem Augenblick fiel mir endlich auf, dass wir die Vorweihnachtszeit hier tatsächlich einfach verbaselt hatten.

Immerhin einmal haben sie gebrannt, unsere Adventskerzen …

Rentenpalast, der Nächste Anlauf

Eigentlich war der Traum, einen Rentenpalast noch im nächsten Jahr zu bauen, ja geplatzt – aber nachdem wir uns inzwischen ein wenig besser informiert haben, was so ein Haus kostet hier im Sultansland und sich herausstellte, dass es teilweise gerade mal ein zehntel der Kosten in Deutschland sind, habe ich ratzfatz nachgerechnet und beschlossen, dass wir uns vielleicht doch ein Haus leisten können.

Nach Wochen Suche, schauen hier, schauen dort, vergleichen, Informationen sammeln, Wünsche herunterschrauben, sind wir jetzt in der akuten Planung.

Unsere Architektin hat erste Zeichnungen nach unseren Vorstellungen gebastelt: Das Ganze soll irgendwann mal – nach ihrer Vorstellung – so ausschauen:

Bei der Gartengestaltung haben wir andere Vorstellungen – und Pool wird es in den nächsten Jahren noch nicht geben. Aber Grundsätzlich ist das schon mal eine Vorstellung – jetzt sind wir gespannt auf mögliche Preisvorstellungen, wir fragen bei Baufirmen an, aber auch bei Leuten, die als Auftragnehmer freischaffend solche Bauten durchführen, möglicherweise können wir jemanden finden, der uns das Haus mit unserem Budget bauen kann.

Und sonst? Unser Hausprojekt verschlingt alles, was wir an freier Zeit haben – das ist nicht viel, im Augenblick habe ich eine sehr anstrengende Zeit im Job teilweise mit 12 Stunden am Stück vor dem Computer, S. hat auch genug zu tun. Aber ich werde mir Mühe geben, bald

wenn man plötzlich nicht mehr der besitzer ist …

Was macht man, wenn der Computer plötzlich den Zugriff auf die eigenen Daten verwehrt? Man versucht stundenlang, das Problem zu lösen mit Freigaben, mit dem Einloggen als Administrator (der dann auch die Freigabe von mir mit meinem Useraccount forderte, die ich mir ja selbst auch nicht mehr geben konnte), …

Immerhin: wenn ich die Daten in einen neuen Ordner kopiere, kann ich meine eigenen Texte wieder bearbeiten,laufen meine eigenen Programme wieder …
Nur: löschen konnte ich eben auch nicht und die Festplatte war voll mit tausenden Photos und eben unendlich vielen eigenen Dateien und solchen, mit denen ich tagtäglich arbeiten muss.

Zwischendurch half ein Trick: in einen neuen Ordner kopieren und mit dem Virenprogramm, das ich als Administrator ja eingerichtet habe, und das eine Menge Zugriffsrechte hat, konnte ich dann die alten Daten einfach löschen – das Virenprogramm überschreibt die Daten dann zwölf mal mit was auch immer, so dass letztendlich wirklich gar nichts mehr auf der Festplatte zurückbleibt, das dauert für die 12 GB Arbeitsdaten, die ich inzwischen im aktuellen Arbeitsordner angesammelt habe, ungefähr ewig und drei Stunden, für 400 GB Photos und FIlme wäre der Computer wochenlang beschäftigt.

In einer 1,5stündigen Arbeitssitung eines IT-Spezialisten aus S.´ Firma konnte ich zuschauen, wie er per Fernsteuerung zwar meinen Computer übernahm, das Problem aber auch nicht lösen konnte.

Immerhin haben wir gemeinsam einen Weg gefunden: Ich kopiere meine Daten auf einen externen Speicher, schaffe mir einen Zugang vor der Windowsanmeldung (im abgesicherten Modus) und kann dann einfach die von meinem Account so gut vor mir selbst geschützten, eigenen Daten, ganz normal wieder auf den Computer laden und benutzen.

Das Alles hat mich gestern wohl sieben, acht Stunden Arbeitszeit gekostet und ist laut Auskunft des Spezialisten ein Problem, das Windows eben manchmal selbst kreiert, niemand weiß warum.

Aus der Traum

Ganz gut, dass wir so früh angefangen haben, bevor ich mich zu sehr auf das Projekt „E. baut ein Haus“ eingestellt habe (klar, ich hatte schon viele Detaillösungen, wusste, wie vieles zu machen wäre, hatte schon Preise kalkuliert …). Heute wurde bei einigen Besuchen in verschiedenen Ämtern klar, dass mein gedachtes Haus einerseits viel teurer würde als geplant, weil man eben doch ganz viele Sachen beantragen muss und viele Gutachten, Bescheinigungen, Bla bla bla braucht, und dass es in der Form, an die ich dachte, hier in Fethiye nicht genehmigt werden würde, weil es gegen die Regel verstößt, dass ein Dach nicht mehr als 40° Neigung haben darf (eine Regel, die zwar keinen Sinn macht, darüber sind sich alle einig, mit denen ich gesprochen habe, gegen die aber eben nicht genehmigt wird).

Also werden wir wohl noch ein, zwei Jahre brav weiterarbeiten und sparen und ein ganz normales Haus bauen lassen, fertig. Ich muss mir eben ein neues Projekt überlegen.