Getränk des Tages: Boza

In der alten Türkei im Winter gab es ganz alltäglich den Gesang der Bozaverkäufer, die durch die Straßen zogen, um ihre Ware anzupreisen, ein lauter, melodischer Ruf „Booooozaaaaa“. Ich war postiv überrascht, diesen Ruf auch heute noch in unserer Nachbarschaft zu hören. Einfach schön, dass es das auch heute noch gibt – und der Bozaverkäufer bei uns hat einfach eine gute Stimme …

(Boza ist ein – nicht alkoholisches – Getränk, das aus vergorenem Weizen oder Reis gewonnen wird, schmeckt ein wenig wie sehr milder Apfelmus und ist reich an Vitaminen und anderen gesunden Sachen und ich mag es einfach)

Heute haben wir, die wir beide noch nie bei einem Bozaci (gesprochen Bosadsche) gekauft haben,  ihn einfach vom Balkon aus gefragt, wie der Verkauf funktioniert: er misst aus seiner großen Kanne, die er auf dem Rücken trägt in einem Messbecher einen Liter ab, man gibt ihm ein entsprechendes Gefäß und er füllt einem das Boza ein (ich habe einfach mal entschieden, dass Boza wie das Getränk den neutralen Artikel bekommt). Also sausten wir mit einer leeren Glasflasche hinunter vor die Tür und bekamen unseren Liter Boza.  Dafür haben wir dann zwar 25 Lira bezahlt, für mich etwas mehr als  4 Euro aber für einen türkischen Arbeitnehmer mit offzizellem Mindestlohn 1,6 Prozent des Lohns, während wir im Laden nur 15 Lira bezahlen würden, aber für den Service und das gute Gefühl zahle ich gern etwas mehr – es war sicher nicht das letzte Mal, dass wir vom Straßenhändler Boza einkaufen.

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