Archiv der Kategorie: Traumzeiten

Entsorgungsnöte

Heute Nacht fand ich mich in Berlin wieder. Es gab irgendeinen internationalen Empfang auszurichten, wo ich beteiligt war – dieses war vorzubereiten, jenes geradezurücken, Stühle wurden getragen, allmählich kamen auch schon die ersten Gäste, während wir (meine Chefin gehörte dazu, sie hatte zwar die selbe Position inne, wie die letzte Chefin in Delhi, war aber nicht U., meine Kollegen waren verschiedene Personen aus den Jobs und Ländern der letzten zwanzig Jahre) noch zu tun hatten.
Im Verlauf irgendeiner Streitigkeit (ich kann mich nicht mehr wirklich erinnern, aber es hatte sich entwickelt ohne dass ich dabei die treibende Rolle innegehabt hätte) schnitt ich zwei verschiedenen Diplomaten jeweils einen Finger ab. Die Finger hatte ich nun in meiner Hosentasche.
Die Veranstaltung fing an. Ich hatte arge Angst, jemand könnte die Finger bei mir finden (dass hingegen zwei Männer mit fehlendem Finger dort sein mussten, die ja Zeugniss hätten ablegen konnten, fiel mir nicht auf). Der Staatsempfang ging seinen Gang, es gelang mir, die Finger im Rucksack verschwinden zu lassen. Als der Empfang dann aber zum Seminar mutierte, wo ich ein Buch aus dem Rucksack und nehmen und etwas vorlesen musste, war wieder die Panik da, jemand könnte die Finger bei mir  finden. Das Buch konnte ich ohne größere Probleme hervorholen, es war blutbefleckt aber ich las erfolgreich vor, die Finger blieben unentdeckt. Eine Professorin sagte dann zwar noch tadelnd, dass mein (immerhin fleckiges) Buch sehr unbearbeitet aussähe aber ich entkam ungeschoren, um mich in einem Auto auf einer sehr leeren Autobahn mitten in einem Wald wiederzufinden, wo ich die Finger dann einfach aus dem Fenster fallen ließ und mit ihrem Fall dann auch die Panik von mir fiel. Ich fühlte mich so befreit, dass ich unbeschwert aufwachen konnte.

Advertisements

Traumzeiten auf dem See

Lange war es still – mir war einfach nicht nach Schreiben, weil entweder nix los war (in Deutschland, wo die Baustelle entweder brach lag oder viel Zeit in ANspruch nahm) oder zu viel (in Istanbul, wo ich die neue Wohnung einrichte, herrichte, viel unterwegs bin, …), es keine Internetverbindung gab (läuft inzwischen), noch kein einladender Arbeitsplatz zur Verfügung stand (inzwischen gibt es einen Tisch und Stühle dafür) …

Egal, heute gibt es einen Traum zu erzählen:

Ich war wieder auf dem See, im Segelkurs (der im realen Leben zum Namen dieses Blogs führte und den ich im August abgeschlossen habe), diesmal war es der Kurs für den Seeschein. Es waren wohl auch die alten Leute des Kurses dabei aber sie waren eher verschwommen. Nur J. war nicht da, was ich mit Bedauern wusste.
Ich war auf einem Boot mitten auf dem See, als plötzlich gesagt wurde, dass die Prüfung heute stattfinden würde. Mit einem Mal wurde mir klar, dass ich mich auf die theoretische Prüfung gar nicht vorbereitet hatte – im Gegensatz zum alten Kurs, wo ich dann doch sowohl das Buch durchgearbeitet hatte als auch Prüfungs-Apps auf dem Telephon laufen lies. Ich nahm also Kurs auf die Segelschule, um dort an der Prüfung teilzuehmen, hoffend, dass ich trotz fehlender Vorbereitung mit etwas Menschenverstand bestehen würde, da ich ja doch schon so einiges aufgeschnappt hatte und man einige Antworten tatsächlich ohne besondere Vorarbeit erschließen kann. Auf dem Weg begegnete mir die Seegurke und unser Selgellehrer T. bejahte die Frage, ob wir tatsächlich auf der Seegurke die Prüfung machen müssten (die Seegurke ist das reale Motorboot der realen Segelschule, klein, langsam, ungemütlich, aber man kann prima damit auf dem See herumgurken). Ich war ziemlich enttäuscht ob dieser Nachricht. Ich hatte wohl ein etwas größeres, moderneres Boot erwartet.
Ob ich aus Enttäuschung oder wegen des Weckers aufwachte, weiß ich nicht mehr.