Archiv der Kategorie: Zeitstücke

moderne Kommunikation

Ausnahmsweise habe ich gut geplant: schon vier, fünf Tage bevor ich in Deutschland aufschlage, habe ich mit B. ausgemacht, den ersten Tag bei ihm zu bleiben und erst am nächsten Tag auf’s Dorf zu fahren.
Jetzt habe ich per Whatsapp von E. eine Nachricht bekommen, dass ich am zweiten Tag, wenn möglich, doch früh morgens eine Krankenfahrt übernehmen soll – gut, mache ich, also muss ich mit B. besprechen, dass ich doch noch am ersten Tag weiterfahre, während ich mit E. organisiere, dass sie mich bei B. abholt (auf dem Dorf sind die Transportmöglichkeiten leider sehr eingeschränkt).

Also sitze ich in Istanbul auf dem Sofa, leite B.’s Einladung an E. weiter, sie fragt diesbezüglich einiges, was ich an B. weiterleite, bekomme natürlich von ihm die Antworten, die ich an E. weiterleite, während E. mit T. kommmuniziert, mir seine Antworten weiterleitet, was ich dann wieder an B. weiterleite – Ich schreibe also “ ‚voll gern‘ schreibt T. schreibt E. “

Vielleicht hätten wir eine Gruppe aufmachen sollen …

 

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Rauchverbot

Wenn mitten im Konzert der Sänger in der Mitte eines Liedes plötzlich sagt, man solle bitte ganz schnell Zigaretten und Feuerzeuge vom Tisch verschwinden lassen, eine Bedienung die ein wenig mit Wasser gefüllten Papbecher von den Tischen holt, um dann ganz normal im Lied fortzufahren, dann weiß man wieder, dass auch in der Türkei in Kneipen, Bars und Clubs eigentlich Rauchverbot herrscht.
Wenn dann wieder Pappbecher verteilt werden, weiß man, dass die Gefahr einer Kontrolle vorbei gewandert ist.

Glocken

Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich es genieße, hier fast jeden Tag relativ nah Kirchenglocken zu hören? Die beiden (armenischen) Kirchen hier sind näher als die nächste Moschee und wechseln sich scheinbar immer mal ab mit dem Geläut – am Wochenende sind es ganz normale Gottesdienste, zu denen geladen wird, in der Woche kann ich mir vorstellen, dass in der einen Kirche öfter mal zu Beerdigungen geläutet wird, der Friedhof ist nicht weit.
Interessant dabei ist, dass es mir ähnlich ging, wenn ich in Indien den Gebetsruf von Moscheen hörte, die gibt es dort ja auch öfter. Hier erinnern mich die Glocken an meine eine Heimat Deutschland, in Indien erinnerten mich die Muezzine an meine andere Heimat Istanbul (nur dass hier die Muezzine im Durchschnitt tausend mal besser singen/rufen als die in Indien)

Konzert Aziza Mustafa Zadeh

Istanbul als echte Metropole bietet eine Menge an Kultur – sicher nicht vergleichbar mit manchen westlichen Großstädten wie vielleicht Berlin oder London, was sicher auch mit dem Reichtum der Menschen zu tun hat (und hier ist man durchschnittlich eben nicht so reich wie durchschnittlich in Berlin) – aber es gibt jeden Tag Veranstaltungen, die es wert wären, besucht zu werden.

Gestern haben wir es dann auch zum Konzert von Aziza Mustafa Zadeh im Cemal Resit Rey Konzerthaus geschafft, einem recht modernen Veranstsaltungsort nur eine halbe Stunde mit Bus und zu Fuß entfernt. Mein erstes Konzert in Istanbul habe ich dort vor 18 Jahren erlebt, damals noch mit meinen damaligen Vermietern, die mich scheinbar mit der Tochter verkuppeln wollten (zumindest war das mein Eindruck damals und der einer Freundin aus damaliger Zeit).
Das Konzert gestern war einfach schön. Mit Klavier, Bass, Schlagzeug, manchmal etwas Gesang wurde eine Mischung aus Folk,Pop,Klassik,Jazz gegeben, die einfach eingängig und schön war. Aziza Mustafa Zadeh ist richtig richtig gut am Klavier und ich mag ihren Gesang.

es werde Licht

In der neuen Küche hat es mich mächtig gestört, dass die Arbeitsfläche (übrigens eine richtig große) arg unterbeleuchtet war.Also habe ich zwei Tage lang gebastelt und ein wenig in der ELektrik herumgepfuscht, so dass wir jetzt eine wirklich gut beleuchtete Arbeitsfläche haben.
Jetzt  habe ich endlich das erste mal in der neuen Wohnung richtig ausführlich gekocht – als ich fertig war, fiel mir auf, dass ich das schicke neue Licht gar nicht angeschaltet hatte.

Pizza

manchmal bin ich nett (und brauche außerdem etwas Bewegung, mein Schrittzähler läuft immer mit – nicht, weil ich aus statistischen Gründen wissen will, wie viel ich wann und wo durch die Welt laufe, sondern weil ich mir vorgenommen habe, nicht wieder als 90 kg-Wal durch die Welt zu schnaufen). Also gehe ich immer wieder mal S. entgegen, die von ihrem Job inzwischen heldenhaft nach Hause wandert.
Dabei kamen wir bei einer Pizzeria vorbei, oder besser gesagt, sie kam dort vorbei, wir trafen uns schon, bevor ich dort ankam. Sie schwärmte vom Duft, der aus dem Laden kam, also kehrten wir spontan für eine Pizza um. Wir einigten uns dann auf eine gemeinsame große Pizza und warteten – ich hatte es nicht gar so eilig, hatte ich doch schon zwei Mahlzeien im Laufe des Tages genossen, sie aber, die immer ohne Frühstück weggeht und oft genug während des zehnstündigen Arbeitstages  (leider ganz normal in der Türkei, oft werden es auch eine halbe bis anderthalb Stunden mehr) nicht wirklich zum Essen kommt, erwartete die Pizza sehnsüchtig.
Insgesamt arbeiten dort nur recht junge, nette Leute – einer von ihnen kam auf dem Weg zur Zigarettenpause an unserem Tisch vorbei und erinnerte sich in dem Moment, dass unsere Bestellung vergessen worden war – ich hätte es nicht gemerkt, hätte er es nicht gesagt, aber für S. war es schon eine harte Wartezeit.
Die Pizza kam denn auch bald (und war sehr gut), ratzfatz war sie verschlungen und wir wollten gehen – und natürlich vor dem Gehen bezahlen, schließlich wohnen wir um die Ecke und wollten sicher wiederkommen.
Siehe da, man weigerte sich einfach, unser Geld anzunehmen, nachdem wir hatten so lange warten müssen.
Nun, wir werden auf jeden Fall wiederkommen.