… und wieder neue software

Letztens beim „Konzert“ hatte ich meine Kamera dabei.
Zum Konzert eine kurze Erläuterung: Um jungen Musikern die Gelegenheit zu geben, sich auf der Bühne auszuprobieren und vor Publikum zu spielen, haben sich ein paar Leute zusammengetan, eine Wohnung angemietet, daraus einen Veranstaltungsort gezaubert (ganz lustig, nach einem Wanddurchbruch, bei dem nur die tragenden Elemente der Wand übrig blieben, mit alten Kinositzen im einen Zimmer insgesamt mit ungefähr 30 Plätzen und einer kleinen Bühne im anderen Zimmer). Dort bieten sie zu bestimmten Terminen für kleines Geld (ja, die Musiker zahlen pro Person ca. 5 Euro für den Auftritt und bilden damit gleichzeitig auch das Publikum für die jeweils anderen) die Möglichkeit zum Auftritt.Wir waren „nur“ als zahlendes Publikum als Unterstützer für S‘. Neffen dabei, der dort seinen ersten Auftritt überhaupt hatte.

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Meine Kamera wurde durchaus positiv gesehen, man fragte nach, ob ich denn auch filmen könnte. Ja, meine Kamera kann das. In wesentlich besserer Qualität als all die Handys, die da waren, interessanterweise ist auch die Tonqualität recht gut, auch ohne externes Mikrofon.

Nur habe ich jetzt das Problem, Filme bearbeiten zu müssen (350 MB für eine Minute sind dann doch eine Datenmenge, die sich kaum versenden lässt, ein wenig Arbeit vor allem am Schnitt und vielleicht auch Licht und Farben wäre auch möglich).
Zwei Programme habe ich dafür heruntergeladen, beide Freeware. Das erste ist richtig kompliziert, ich habe nicht einmal herausgefunden, wie man da einen Film tatsächlich speichert, geschweige denn all die anderen Möglichkeiten gefunden oder verstanden. Das andere ist simpel genug für mich, zumindest was die Möglichkeiten der Datenkompression angeht, all die anderen Sachen muss ich jetzt wohl lernen – in der nächsten Zeit bekomme ich vermutlich rechteckige Augen, will ich doch lernen und regnet es fast ständig draußen 😉

 

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Testbewerbung

Letzte Woche habe ich mich testweise auf ein paar Stellen beworben, die in einer Telephonapp ausgeschrieben waren. Da ich unterwegs war, konnte ich nur ganz grundlegende Angaben machen, konnte weder Lebenslauf noch andere Dokumente einbinden, aber für einen kleinen Test, was der Markt denn von mir hielte, war doch ausreichend Möglichkeit gegeben – immerhin kann man im Profil Joberfahrungen zumindest in gröbsten Umrissen hinterlegen, kann Kenntnisse und Fähigkeiten wenigstens kurz umschreiben …
Das Ganze war nicht wirklich ernst gemeint, ich suche nicht wirklich einen Job auf dem freien Markt und hoffe doch demnächst wieder bei meinem alten Dienstherren weiter malochen zu dürfen (es sieht gut aus, man will mich haben dort, es gibt auch freie Stellen für mich in Istanbul …). Aber ausprobieren kann man es ja mal.

Heute kamm dann der Anruf, dass man mich gern bei einer der drei Stellen, wo ich mich beworben hatte, kennenlernen würde – wohlgemerkt, meine Bewerbung beinhaltete zwar ein paar Daten aber weder ein gelungenes Anschreiben noch Zeugnisse, Lebenslauf und Ähnliches und vor mir hatten sich schon 261 Menschen beworben – die App ist so nett, die Zahl der Bewerbungen zur Verfügung zu stellen.

Morgen werde ich also ganz entspannt dort hin gehen, sogar einen Lebenslauf ausdrucken, mich nett unterhalten und schauen, was man mir – denn doch einem Spezialisten in meinem Gebiet mit reichlich internationaler  Erfahrung und muttersprachlichem Vorteil gegenüber inländischen Bewerbern – anbieten kann – vermutlich viel zu wenig Geld und vermutlich ganz bescheuerte Arbeitszeiten.
Aber wie gesagt, es ist nur ein Test und ich weiß, dass ich einen solchen Job zur Zeit eigentlich gar nicht will. Und wer weiß, vielleicht ergibt sich ja doch etwas …

Unmöglich, ohne Buch zu leben

Seit Ägypten – wenn ich mich richtig erinnere also seit 2009 oder 2010 trage ich nicht bei jedem Flug aus Deutschland einen halben Koffer voller Bücher mit mir, um sie dann im entsprechenden Land zu lesen und beim nächsten Umzug meistens zu verschenken, sondern nur noch einen kleinen E-Bookreader.
Diese kleine nette Maschine, mit der ich oft noch mehr Zeit verbringe als mit dem Computer oder den Stöpseln im Ohr, die mich mit Hörspielen oder Hörbüchern belullen, liegt oft einfach unter dem Kopfkissen – Abende, an denen ich ohne Buch einschlafen musste, kann ich für die letzten Jahrzehnte gemütlich an meinen Händen abzählen.

Genau so einen Abend hatte ich gestern: Es mir im Bett gemütlich machend, fühlte mein Ellbogen, auf den ich mich gerade aufstützte,  plötzlich etwas hartes und meine Ohren vernahmen ein grausammes Brechen – nicht laut, kein großes Geräusch etwa, sondern einfach nur das endgültige Klacken gebrochenen Plastiks, leicht gedämpft unterm Kopfkissen, eigentlich nichts böses oder bedrohliches, nur durch das Wissen um den E-Reader doch grausam.
Panisch kümmerte ich mich um das arme Teil. Tatsächlich war er hin, der Leser. Auch oft, oft wiederholtes Ein- und Ausschalten belebte ihn nicht wieder neu, auch panisches Aufspringen, ins Wohnzimmer rennen, das kleine Gerät Auseinandernehmen (was einfach war, hatte sich die Rückseite doch inzwischen fast vollständig vom Rest gelöst), kein Gucken und Zusammenstecken und alles wieder an Ort und Stelle Rücken im plastischen Innenleben moderner Technik half, mein Lesegerät war und ist tot.
Der Terror des Moments, in dem die Bedeutung des Knackens in meinem Hirn klargworden war, hatte sich bewahrheitet, ich fühlte mich tatsächlich richtig panisch und fast schon krank.

Erkennen konnte ich bei meiner Untersuchung nur, dass ein Schalter abgebrochen ist, das ließe sich vielleicht löten. Aber ich habe den Verdacht, dass auch der Bildschirm, der dank E-Ink nach wie vor in einigen Teilen ein Buchcover zeigt, in anderen aber Versatzstücke des Bedienungsmenüs, einen Schaden erlitten hat, es dünkt mich, dass das kleine Ding unreparierbar kaputt ist, auch wenn es von innen eigentlich ganz nett und kaum beschädigt ausschaut.

Klar, ich werde versuchen, es repariert zu bekommen, doch denke ich, dass es lange dauern wird, bis ich jemanden finde, der sich damit auskennt und noch länger, bis es, falls möglich, repariert ist.
Bis dahin ohne E-bookreader  auskommen? Unmöglich – ein ganzes ungelesenes deutsches Buch habe ich ja noch hier, und es gibt einen deutschen Buchladen nur fünf, sechs Kilometer entfernt, wo man schon das eine oder andere Buch kaufen könnte, doch auf Dauer wäre das unverschämt teuer und unbequem, vor allem da ich doch Zugriff auch hunderte noch nicht gelesene Bücher in der Cloud habe …
S. meinte heute Morgen, als ich ihr das grausame Geschehen berichtete: „Na, dann kaufen wir eben einen neuen, wenn wir mal wieder in Deutschland sind.“
„Unmöglich, ohne Bücher kann ich nicht so lange überleben,“ antwortete ich und meinte es, meine es ganz ernst.
Schon tief in der Nacht hatte ich Google befragt, was denn möglich sei im türkischen Markt (der sehr eingeschränkt ist, was so spezielle Dinge angeht wie E-Bookreader), was er und wo zu bieten hat. Noch tief in der Nacht hatte ich eine Buchladenkette gefunden, die zumindest Online Geräte anbietet, die, wie ich weiß, auch mit Adobekonto zu benutzen sind oder freie Formate wie .pdf oder .epub lesen können (was ja bei den Monopolisten von Amazon und Co nicht der Fall ist, solche kommen bei mir also nicht unters Kopfkissen).
Heute Morgen dann wanderte ich gemütlich zum nächsten großen noblen Einkaufszentrum, fand den Laden, den ich gesucht hatte und siehe da, nicht nur das Luxusmodel war erhätlich, sondern auch das etwas einfachere, günstigere (im Vergleich zum deutschen Markt aber immer noch überteuerte), Gerät in der selben Größe wie das kaputte nur etwas schneller mit etwas verbesserter Hintergrundbeleuchtung und vielfachem Speicher (das aber online als nicht lieferbar gekennzeichnet war).
Nach ein paar Stunden am Computer habe ich zu Hause flugs alles eingerichtet und ziehe gleich mit dem neuen Leser inclusive einigen hundert geladenen Büchern los, nur das eine, das ich gerade las, habe ich noch nicht wiedergefunden, es muss sich irgendwo im Cloudkuddelmuddel der verschiedenen Quellen und Speicherorte für meine Bücher versteckt haben.
Auf jeden Fall kann ich dem Abend beruhigt entgegensehen, der Schrecken buchlosen Einschlafens, mit dem ich gestern zu kämpfen hatte, ist abgewendet.

Mokkakocher

Eigentlich liegt ja bei E. auf dem Dachboden eine prima, recht moderne und auch gut funktionierende echte Espressomaschine – nur leider wiegt sie mindestens vier kg – und das ist einfach eine Menge, wenn man noch 11 Umzugskartons an Kram zwischengelagert hat, bei jedem Flug aber nur 30 kg mitnehmen kann – und da ich dann auch noch mit 10 kg aus Istanbul nach Deutschland komme, bleiben nur 20 kg, die ich nach Bedarf füllen muss, die Espressomaschine stand bisher nicht auf Platz 1 der Prioritätenliste.

Aber jetzt brauchte ich einfach mal die Gelegenheit, guten Kaffee zu kochen. Also zog ich los, einen Mokkakocher zu besorgen, jenes kleine praktische Aluteil, das wir in Deutschland in fast jedem Haushalt haben, wo unten Wasser reinkommt, dann das Sieb mit Kaffepulver und obenauf der Behälter aufgeschraubt wird, in den der fertige Kaffee dann per Druck beim Kochen transportiert wird.
Aber genau dieses einfache, nicht unbedingt teure Ding, in Deutschland fast überall zu finden, entspricht nicht ganz den türkischen Gewohnheiten, also ist es eben nicht überall zu bekommen.
Hier in Ortaköy habe ich in den drei fraglichen Läden keines bekommen können, im dritten aber immerhin wurde mir der passende Name gesagt und bedauernd mitgeteilt, dass gerade keines auf Lager sei. Also zog ich los nach Besiktas, einem Stadtteil mit vielen jungen Menschen, Kaffees, Ausländern. Dort wollte ich fündig werden.

Im Fachladen für alles rund um den Kaffee bekam ich immerhin Espresso – gibt es ja auch nicht überall. Von einem Espresso- oder Mokkakocher hatten sie noch nie gehört.
Also ging es weiter in eine Vielzahl von Läden, die Küchenkram verkaufen. Auch hier verstand man immerhin in zwei Läden, was ich suchte, in den anderen hatte man von jenen kleinen Maschinchen noch nie gehört.

Also beschloss ich, nach Asien überzusetzen, in mein geliebtes Kadiköy, wo ich mich etwas besser auskenne und wo ich notfalls auch Leute kenne, die mir vielleicht hätten helfen können.

Auf dem Weg zum Fähranleger kamen wir dann noch an einem winzigen Laden vorbei, der Töpfe der untersten Qualität verkauft, eine Menge Ramsch, billig billig eben. Und genau der gute Mann hatte meinen gesuchten Mokkakocher auf Lager – yuppieh.

(Doch für das Waffeleisen, dass ich als Überraschung für S. nebenbei auch noch suchte, und dass es in keinem der Kücheneelektronikläden am Weg gab, musste ich denn doch nach Asien, denn dort gab es solche Waffeleisen im Laden einer, richtig, einer deutschen, Kaffeefirma, das wusste ich schon

– kaum waren wir in diesem Laden (die Filiale in Besiktas wurde kürzlich geschlossen, die hier in Ortaköy wird umgebaut) begrüßten mich auch schon die entzückenden kleinen bunten Espressokocher, die sonst nirgends zu finden gewesen waren und eben auch das Waffeleisen …)

moderne Kommunikation

Ausnahmsweise habe ich gut geplant: schon vier, fünf Tage bevor ich in Deutschland aufschlage, habe ich mit B. ausgemacht, den ersten Tag bei ihm zu bleiben und erst am nächsten Tag auf’s Dorf zu fahren.
Jetzt habe ich per Whatsapp von E. eine Nachricht bekommen, dass ich am zweiten Tag, wenn möglich, doch früh morgens eine Krankenfahrt übernehmen soll – gut, mache ich, also muss ich mit B. besprechen, dass ich doch noch am ersten Tag weiterfahre, während ich mit E. organisiere, dass sie mich bei B. abholt (auf dem Dorf sind die Transportmöglichkeiten leider sehr eingeschränkt).

Also sitze ich in Istanbul auf dem Sofa, leite B.’s Einladung an E. weiter, sie fragt diesbezüglich einiges, was ich an B. weiterleite, bekomme natürlich von ihm die Antworten, die ich an E. weiterleite, während E. mit T. kommmuniziert, mir seine Antworten weiterleitet, was ich dann wieder an B. weiterleite – Ich schreibe also “ ‚voll gern‘ schreibt T. schreibt E. “

Vielleicht hätten wir eine Gruppe aufmachen sollen …

 

Rauchverbot

Wenn mitten im Konzert der Sänger in der Mitte eines Liedes plötzlich sagt, man solle bitte ganz schnell Zigaretten und Feuerzeuge vom Tisch verschwinden lassen, eine Bedienung die ein wenig mit Wasser gefüllten Papbecher von den Tischen holt, um dann ganz normal im Lied fortzufahren, dann weiß man wieder, dass auch in der Türkei in Kneipen, Bars und Clubs eigentlich Rauchverbot herrscht.
Wenn dann wieder Pappbecher verteilt werden, weiß man, dass die Gefahr einer Kontrolle vorbei gewandert ist.