Über den Kenterkönig

Nach ungefähr zehn Jahren hat mein alter Blogbetreiber den Betrieb eingestellt, der ursprüngliche Blog „Stückzeit“ hat sich in Wohlgefallen aufgelöst.
Das ist zwar in einer recht turbulenten Zeit passiert, in der ich vieles hätte schreiben können, aber wie das in turbulenten Zeiten so ist, war es so turbulent, dass die kleinen Stückchen Zeit fehlten, um den alten Blog zu sichern und an anderer Stelle weiterzuführen – also gibt es hier einen Neuanfang, unter alter Seitenbenennung aber mit neuem Titel, der aus einem kleinen Abenteuer stammt:

Kenterkönig war der Titel, der mir verliehen wurde, weil es so schien, als sei ich derjenige Teilnehmer eines Segelkurses, der die meisten Kenterungen erlebte (stimmt allerdings nicht ganz, zählt man die unbeabsichtigten Kenterungen, bin ich nur zweiter, zählt man die Gesamtzahl, muss ich mir den Titel mit einer Königin teilen, die absichtlich Kenterversuche durchführte, bei denen ich mich dann auch beteiligte …

Das schöne beim Kentern ist, dass man – zumindest bei einer kleinen Jolle, mit der ich denn doch einige Male zu kentern das Vergnügen hatte – einfach wieder auf das Boot klettert und es in der Regel ohne große Probleme wieder aufrichten kann – man macht einfach eine weitere Erfahrung, löst das Problem,  und setzt seinen Kurs fort.

Ähnlich ergeht es mir in meinem Leben immer wieder: Der alte Blog Stückzeit begleitete mich durch einige Stationen wobei ich mein Leben immer wieder neu einrichten musste, alles wurde durcheinander gewirbelt, das „Boot“ drehte wild hin und her, kenterte mal, wurde aufgerichtet und segelt weiter – wohin es am Wind segelt, werden wir sehen (hier steht es einfach mal für tiefgreifende Änderungen wie Umzüge erst von Deutschland in die Türkei, dann nach Ägypten, schließlich nach Indien und zurück zu einem Leben in Deutschland und der Türkei, das ich zur Zeit führe oder für größere Einschnitte wie einen Unfall, der mich fast das Leben kostete und mich für Monate an Krankenhausbetten fesselte aber dann doch nur eine Menge Narben hinterließ und Erfahrungen oder auch nur für ein Erlebnis wie den Jakobsweg, den ich wanderte und über den ich dann auch bloggte).

Zur Zeit weiß ich nicht, wie es weiter gehen wird – wie gesagt, ich lebe zwischen zwei Ländern, Deutschland auf der einen Seite und der Türkei auf der anderen, in beiden fühle ich mich heimisch, in beiden bin ich „zu Hause“, in beiden kann ich das Leben genießen. Gleichzeitig zieht es mich wieder in die Welt. Wohin? Schauen wir mal.

Hier im Blog werde ich einiges berichten, am Anfang werde ich auch Rückschau halten über die letzten Monate – es waren tatsächlich turbulente mit ganz verschiedenen Erfahrungen – aber es wird sich auch viel neues kommen. Dieser Blog aber wird immer eines bleiben: ein kleiner Blick auf ein Leben und die Sicht aus diesem Leben heraus auf all das, was es umgibt. Nichts, was hier geschrieben wird, ist endgültig, nichts ist objektiv, nichts ist allgemein gültig oder allumfassend.

 

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und anderes aus der weiten Welt

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